7 stille Anzeichen, dass dein hoher Anspruch dich innerlich erschöpft
- Sophie Lauenroth
- 9. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Hoher Anspruch wird oft bewundert. Er gilt als Zeichen von Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Stärke. Menschen mit hohen Standards gelten als zuverlässig, reflektiert, leistungsfähig. Und nicht selten haben sie gelernt, sich selbst genau darüber zu definieren. Über das, was sie schaffen, was sie aushalten, was sie richtig machen.
Innere Erschöpfung bei Menschen mit hohem Anspruch ist deshalb selten laut oder dramatisch. Sie wirkt oft unauffällig, gut angepasst und funktional, und genau deshalb bleibt sie lange unbemerkt – selbst für die Betroffenen. Umso wichtiger ist es, genauer hinzuschauen und diese leisen Hinweise ernst zu nehmen.
1. Du bist selten wirklich zufrieden – selbst dann, wenn etwas gut gelaufen ist
Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Du hast etwas erledigt, ein Projekt abgeschlossen oder eine Aufgabe bewältigt, und objektiv betrachtet passt alles. Trotzdem stellt sich innerlich keine echte Erleichterung ein. Stattdessen tauchen sofort Gedanken auf wie, dass es noch klarer, runder oder besser hätte sein können, oder dass du beim nächsten Mal unbedingt auf bestimmte Dinge achten musst.
Diese innere Kommentierung läuft oft ganz automatisch ab. Nicht, weil du undankbar bist, sondern weil dein innerer Maßstab sich ständig weiter nach oben verschiebt. Zufriedenheit fühlt sich dann nicht stabil an, sondern flüchtig, fast so, als dürftest du sie nicht lange behalten, bevor wieder etwas korrigiert oder verbessert werden muss.
2. Entspannung fühlt sich für dich oft seltsam falsch an
Viele Menschen mit hohem Anspruch berichten, dass sie zwar Pausen machen, aber innerlich nie wirklich abschalten. Der Körper sitzt oder liegt, aber der Kopf arbeitet weiter, denkt voraus oder bewertet im Nachhinein. Manchmal stellt sich dabei ein unruhiges Gefühl ein, als würde man gerade etwas Wichtiges verpassen oder vernachlässigen.
Entspannung wird dann weniger als Erholung erlebt und mehr als Unterbrechung eines inneren Programms, das ständig aktiv ist. Häufig schwingt dabei die Vorstellung mit, dass Ruhe erst verdient werden muss. Wenn innere Unruhe genau dann auftaucht, wenn eigentlich nichts ansteht, ist das kein Zeichen von Faulheit, sondern oft ein Hinweis darauf, wie lange dein Nervensystem schon in einem dauerhaften Anspannungszustand unterwegs ist.
3. Du funktionierst zuverlässig – auch dann, wenn du innerlich längst müde bist
Nach außen wirkst du stabil, organisiert und belastbar. Du erscheinst, erledigst, planst, hältst durch und bekommst dafür vielleicht sogar viel Anerkennung. Gleichzeitig merkst du innerlich, dass selbst kleine Dinge mehr Kraft kosten als früher und dass deine Energiereserven schneller erschöpft sind.
Dieses Funktionieren ist oft etwas, das früh gelernt wurde. Es schützt vor Chaos, vor Kontrollverlust und vor dem Gefühl, anderen zur Last zu fallen. Gleichzeitig verbraucht es auf Dauer sehr viel Energie, weil kaum Raum bleibt, um wirklich wahrzunehmen, wie es einem geht und was man gerade braucht.
4. Fehler oder Kritik beschäftigen dich länger, als du es nach außen zeigst
Rational weißt du, dass niemand perfekt ist und dass Fehler zum Leben dazugehören. Trotzdem reagieren viele Menschen mit hohem Anspruch innerlich sehr sensibel auf Kritik, kleine Hinweise oder eigene wahrgenommene Fehler. Nach außen bleibt man ruhig oder sachlich, innerlich aber beginnt oft eine intensive Nachbearbeitung.
Gedanken drehen sich weiter, Gespräche werden innerlich erneut geführt, Situationen immer wieder durchgespielt. Häufig sind diese Prozesse begleitet von Selbstvorwürfen oder dem Gefühl, nicht genug gewesen zu sein. Diese innere Arbeit kostet viel Kraft, auch wenn sie niemand mitbekommt.

Genau an dieser Stelle setzt mein Perfektionismus-Intensivkurs an. Nicht mit dem Ziel, dich zu verändern oder deinen Anspruch abzubauen, sondern um gemeinsam zu verstehen, wo dein innerer Druck entsteht und wie du einen Umgang damit findest, der dich nicht weiter erschöpft. Es geht darum, zwischen gesundem Standard und Selbstabwertung zu unterscheiden und ein inneres Sicherheitsnetz aufzubauen, das nicht ausschließlich über Leistung funktioniert.
Am Ende geht es nicht darum, weniger zu wollen, sondern darum, dich selbst auf diesem Weg nicht zu verlieren. Hier kannst du dich auf die Warteliste setzen und schon mal in den Kurs reinschnuppern.
5. Du vergleichst dich häufiger mit anderen, als dir lieb ist
Vergleiche laufen meist leise und unauffällig ab. Sie sind nicht immer bewusst und auch nicht zwingend neidisch. Man nimmt wahr, was andere leisten, wie souverän sie auftreten oder wie leicht ihnen bestimmte Dinge zu fallen scheinen, und plötzlich wirkt das eigene Tun kleiner oder weniger ausreichend.
Solche Vergleiche sind selten Ausdruck von Überheblichkeit oder klassischer Unsicherheit. Sie entstehen oft dort, wo der eigene Wert stark an Leistung, Funktionieren und Anerkennung gekoppelt ist. Wenn der innere Maßstab überwiegend im Außen liegt, bleibt wenig innerer Halt.
6. Du erlaubst dir kaum echte Erholungsräume
Vielleicht hast du Pausen, vielleicht sogar regelmäßig. Trotzdem gibt es nur wenige Momente, in denen du innerlich wirklich loslässt. Oft sind Pausen durchzogen von Gedanken an das, was noch kommt, an offene Aufgaben oder an Dinge, die eigentlich erledigt werden müssten.
Echte Erholung braucht nicht nur Zeit, sondern auch innere Erlaubnis. Wenn diese fehlt, bleibt selbst Freizeit anstrengend. Nicht, weil du etwas falsch machst, sondern weil dein inneres System gelernt hat, ständig wachsam zu sein und Verantwortung zu tragen.
7. Du bist sehr verständnisvoll mit anderen – aber streng mit dir selbst
Viele Menschen mit hohem Anspruch sind empathisch, unterstützend und geduldig im Umgang mit anderen. Fehler, Grenzen oder Überforderung werden bei anderen gesehen und akzeptiert. Für sich selbst gelten jedoch oft deutlich strengere Regeln.
Dieser Unterschied ist so selbstverständlich geworden, dass er kaum noch auffällt. Und genau darin liegt ein Teil der stillen Erschöpfung, weil man dauerhaft mehr von sich verlangt als von jedem anderen, ohne das bewusst zu hinterfragen.
Wenn du dich in mehreren dieser Punkte wiedererkennst, bedeutet das nicht, dass dein Anspruch falsch ist oder dass du ihn loswerden musst. Es zeigt vielmehr, dass dein Anspruch lange eine wichtige Funktion hatte und dir geholfen hat, durchs Leben zu kommen – und dass er heute möglicherweise mehr Energie kostet, als er dir zurückgibt.

Viele der Gedanken, die ich hier beschreibe, greifen auch Themen aus meinem neuen Buch Schreib’s dir von der Seele – Wie du loslässt, was dich klein macht (erscheint am 29.04.2026) auf. Dort geht es genau um diese leisen inneren Muster, die uns lange begleitet haben und die wir oft erst dann hinterfragen, wenn sie beginnen, uns klein zu halten. Nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit Raum für ehrliche Selbstbegegnung. Über 600 von euch haben sich schon ein signiertes Exemplar gesichert. Danke an dieser Stelle dafür!
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Vielleicht ist das kein Text, der sofort etwas ei dir „löst“. Aber vielleicht ist es ein Anfang, genauer hinzuspüren, wo dein hoher Anspruch dich stärkt – und wo er dich müde macht.






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